Jonas Timm – Jazzthing next generation Vol. 92 CD Release Morbu

Mi 15.06. – Beginn: 21:00 Uhr – Eintritt: 10/5 €

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Jonas Timm –  Jazzthing next generation Vol. 92 CD Release Morbu

Jonas Timm (p), Tino Derado (acc), Bertram Burkert (g),
Lorenz Heigenhuber (b), Diego Pinera (dr)

ethnic diverse improvised music

Sehnsucht und Trauer, Heiterkeit und Vergnügen – all das lässt sich in der Musik von Jonas Timm und seiner Band finden, die mit einer ungewöhnlichen Besetzung auf ihrem Debüt-Album „Morbu“ zusammen gefunden hat. Lorenz Heigenhuber und Diego Pinera spielen Bass und Schlagzeug, so weit, so normal – aber mit dem Bandleader und Pianisten Jonas Timm, dem akustischen Gitarristen Bertram Burkert und dem Akkordeonisten Tino Derado sind gleich drei Harmonieinstrumente an Bord.

Das dürfte in weniger sensiblen Händen zu einer heillosen Überfrachtung der Musik führen, aber Jonas Timm und seine Mitstreiter lassen sich gegenseitig viel Raum und kommen sich so nicht ins Gehege.

Auf die Idee für diese Besetzung ist der Pianist bei einem Aufenthalt in Barcelona gekommen, für lateinamerikanische Musik konnte er sich sowieso schon immer begeistern. „Ich war für ein halbes Jahr in Barcelona, was eine selbstbestimmte und leichte Zeit für mich war, aber auch sehr intensiv“, erinnert sich Timm. „Dort wurde mir schnell klar, dass ich unbedingt etwas mit akustischer Gitarre machen möchte und auch mit Akkordeon.“

Die passenden Musiker fielen ihm auch schnell ein, denn Bertram Burkert hatte er beim Studium in Leipzig kennengelernt und Tino Derado – der bekanntlich auch ein hervorragender Pianist ist – zählte einmal zu seinen Lehrern. „Tino spielt auf eine sehr spezielle Weise Akkordeon und benutzt es soundästhetisch als Melodieinstrument, ohne seine Virtuosität voll auszuschöpfen“, findet Jonas Timm. „Das konnte ich mir mit akustischer Gitarre zusammen gut vorstellen.“

Mit Heigenhuber und Pinera war die Band komplett und nahm sich erst einmal zwei Jahre Zeit, ein Repertoire zu erarbeiten. Denn Jonas Timm hat zwar den Löwenanteil der Kompositionen für „Morbu“ geschrieben, aber Tino Derado, Diego Pinera und Bertram Burkert – der sogar gleich zwei – haben ebenfalls ihre Songs beigesteuert.

Jonas Timm ist in Brandenburg und Berlin aufgewachsen. „Mit vier Jahren habe ich angefangen, Klavier zu spielen“, erinnert er sich. „Meine Eltern sind Chorsänger und denen war es wichtig, dass ich ein Instrument lerne. Sie erzählen allerdings auch, dass ich mir das Klavier ausgesucht habe, wir hatten zuhause einen Flügel stehen.“

Die frühe Begeisterung für Oscar Peterson lenken die Wege des Pianisten schnell in Richtung Jazz, nach einer kurzen Abkühlphase, in der dem Teenager der Fußball wichtiger war, nimmt Timm ein Jazzstudium in Leipzig auf, bei dem Richie Beirach und Michael Wollny zu seinen Lehrern zählen.

Die tänzerische Leichtigkeit in der Musik von Timms Band stammt von dessen Leidenschaft für lateinamerikanische Musik. „Zu lateinamerikanischen Stilen habe ich mich schon immer hingezogen gefühlt“, sagt er schulterzuckend. „Ich möchte sie auf der einen Seite mit fetten, schweren Grooves kombinieren und dabei eine ganz leichte und fragile Melodieführung haben. Drei Harmonieinstrumente sind natürlich ziemlich krass, aber meinem Klavierspiel kommt das entgegen. Ich bin nicht der Pianist, der permanent mit zwölf Fingern spielt, sondern lasse anderen auch gerne Platz und spiele auch mal einfach nicht und höre nur zu.“

Die Verbundenheit der fünf Musiker führt zu einer Ensembleleistung, bei der das Zusammenspiel ganz klar im Vordergrund steht, solistische Glanzleistungen kommen eher unauffällig daher und auch die komplexe Rhythmik fällt erst so richtig auf, wenn man genauer darauf achtet – fast möchte man von fünf Freunden sprechen, die miteinander musizieren. Das ist zumindest auch das Credo von Jonas Timm. „Die Instrumente sind verknüpft mit den musikalischen Persönlichkeiten, die sie spielen“, freut er sich über das organisch gewachsene Miteinander in seiner Band. „Mit allen vier Musikern bin ich schon sehr lange verbunden und befreundet, mit Bertram spiele ich schon seit sieben Jahren.“

Das macht „Morbu“ – das Wort stammt aus dem Katalanischen und bedeutet so etwas wie leidenschaftliche Obsession – zu einem leichtfüßigen Vergnügen.

jonastimm.de/morbu

instagram.de/jonastimm_

https://www.youtube.com/watch?v=nw6feeFvtcQ

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