Sarah Chaksad Orchestra

Mo 25.11. – 21:00 h – Eintritt: frei
Leider keine Reservierung möglich.
Wer zuerst kommt, sitzt am besten

Sarah Chaksad Orchestra
Sarah Chaksad (as/ss/comp/ld), Andreas Böhlen (as/ss/cl/fl), Pepe Auer (as/cl/bcl), Cédric Gschwind (ts/fl), Fabian Willmann (ts/bars), Julie Fahrer (voc), Lukas Thoeni (tp), Charles Wagner (tp), Jonas Winterhalter (tp), Octave Moritz (tp), Lukas Wyss (tb), Lukas Reinert (tb), Maurus Twerenbold (tb), Lucas Wirz (btb), Thomas Lüscher (p), Valentin Hebel (g), Sebastian Gieck (b), Eva Klesse (dr)
Bigband Jazz

Es gibt auch in eingefeischten Jazzkreisen Klischees, die zwar längstens widerlegt sind, sich aber nichtsdestotrotz hartnäckig halten. Eines davon meint, die Frau im Jazz hätte allenfalls als Sängerin oder als Pianistin, keinesfalls aber auf einem Blasinstrument eine Bedeutung. Ein anderes sieht in der Bigband ein Relikt der Vergangenheit, ein längst antiquiertes Format, das jüngere Musikerinnen und Musiker nicht mehr interessieren könne.
Sarah Chaksad, 1983 geboren, widerlegt gleich beides. Sie ist Saxophonistin und leitet bereits seit über fünf Jahren ihr eigenes Orchester, für das sie auch die Kompositionen schreibt und mit dem sie nun ihr zweites Album präsentiert: acht Songs mit eigener Handschrift und ganz von heute. Nach Flöten- und Klavierunterricht stand früh das Saxophon im Zentrum ihres ultimativen Interesses.
Bereits mit zarten neun Jahren begann Sarah Chaksad mit dem für das Alter und Geschlecht eher untypischen Instrument, und fast logischerweise wurde damit auch gleich die Begeisterung für den Jazz geweckt. Als Maturarbeit schrieb die junge Musikerin Kompositionen, die mit dem Chor der Kantonsschule Wohlen uraufgeführt wurden. Als erfolgreiches Bachelor-Projekt in Bern folgte ein Liederheft mit Kompositionen für Kinder, begleitet von einer CD. Noch im Masterstudium in Basel versammelte sie eine Gruppe von Freunden um sich, ein Large Ensemble, für das sie
sämtliche Stücke komponierte – das Sarah Chaksad Orchestra war geboren. Im
folgenden Jahr bestritt die junge Bandleaderin damit ihr Masterdiplom-Konzert im Basler bird’s eye.
Wer bei orchestralem Jazz an alte Aufnahmen oder den Sound einer amerikanischen College-Bigband denkt, liegt beim Sarah Chaksad Orchestra falsch: Zwar fusst auch dieses Orchester auf der Tradition, doch einerseits sind die Kompositionen heutig und anderseits die Bandmitglieder allesamt nicht bloss überdurchschnittliche Orchestermusiker, sondern gleichzeitig auch individuell ganz exzellente Solisten.
Chaksads Musik steht europäischen Vorbildern weit näher als amerikanischen. Gerade George Gruntz mit seiner Concert Jazz Band und Mathias Rüegg mit dem Vienna Art Orchestra haben als Schweizer vorgemacht, was an kraftvollem, satten Sound und individuellem Ausdruck mit einer aus herausragenden Solisten bestehenden Grossformation möglich ist.
Die Kompositionen serviert sie ihren Musikern nicht fertig zugeschneidert, sondern entwirft ihr Mass genauso, dass es mit der persönlichen Ausgestaltung ihre endgültige Note erhält, individuell von jedem Bandmitglied mit gefärbt. Damit steht der Komponistin eine ganze Palette zur Verfügung, die sie klug zu nutzen weiss: Sie lässt es im Tutti knallen und kontrastiert dazu verschiedenste Kombinationen und feine Nuancen, in denen sie die Musiker solistisch brillieren lässt, sie führt Stimmen parallel, aber zuweilen geschickt auch kontrapunktisch. So hören wir eine Combo, die swingt, balladesk Tiefe kreiert, aber auch mal mit einem fast etwas rockigen Stück aufrüttelt, die hellwach klingt und erstaunliche Reife ofenbart.

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